Brücken im Stadtgebiet

Siegbrücke

Für viele Jahrhunderte war die Siegbrücke am Fuße der Martinikirche die einzige Brücke über den Fluss. Eine erste Brücke wird 1343 urkundlich erwähnt. Doch eine Furt wird es für die Straße in Richtung Köln schon viel früher gegeben haben. Das 15. Jahrhundert überliefert eine Brückenkonstruktion mit einem Turm, der mit einer eisenbeschlagenen Tür verschlossen werden konnte. Dieser Turm wurde 1523 abgetragen. Mehr als 100 Jahre später 1643 wird die Brücke mit einem stark gewölbten Übergang und sieben Bögen neu errichtet. Die Einweihung der Ruhr-Sieg Eisenbahnstrecke 1861 sorgte für ein verstärktes Verkehrsaufkommen zu dem auf der anderen Seite der Sieg gelegenen Bahnhof. Die in die Jahre gekommene Brücke wurde abgerissen und durch einen breiteren Neubau ersetzt. 1882 maß die Konstruktion eine Breite von 12,70 Meter. Auf der Brücke fanden Anfang des 20. Jahrhunderts die Symbolfiguren der Siegerländer Wirtschaft, der Bergmann Henner und der Hüttenmann Frieder ihre Aufstellung. Die Bronzefiguren wurden von dem aus Siegen stammenden Bildhauer Friedrich Reusch (1843-1906) für die Gewerbeausstellung in Düsseldorf 1902 angefertigt. Baufälligkeit, mangelnder Hochwasserschutz und ein stetig wachsendes Verkehrsaufkommen machten 1933 einen erneuten Brückenbau notwendig. Die neue Stahlbetonkonstruktion hatte eine Breite von nun 18,5 Metern. Sie konnte nach einem Jahr Bauzeit für den Verkehr freigegeben werden. Am 16. Dezember 1944 wurde die Siegbrücke schwer beschädigt. Wie alle anderen Brücken im Stadtgebiet wurde sie im März 1944 von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Zum 725jährigen Stadtjubiläum 1949 war eine neue Brücke fertiggestellt. Sie musste den zunehmenden Verkehr der 1960er und 1970er Jahre aufnehmen. Im Rahmen des Städtebauprojektes Siegen zu neuen Ufern wurde 2015 auch die Siegbrücke erneuert.

Hindenburgbrücke

Im Jahre 1911 erwarb die Stadt Siegen die Überreste des ehemaligen fürstlichen Herrengartens für eine weitere städtebauliche Entwicklung der Unterstadt. Zur Entlastung des Verkehrs am Kölner Tor und der Erschließung des Herrengartenviertels wurde eine neue Straße angelegt. Drei Jahre später errichtete man eine Brücke über die Sieg, um so eine Anbindung an die Sandstraße zu erreichen. Aufgrund der militärischen Erfolge Paul von Hindenburgs im Ersten Weltkrieg entschied die Siegener Stadtverordnetenversammlung 1915 die neue Brücke nach dem Generalfeldmarschall zu benennen. Nach der Zerstörung der Brücke im 2. Weltkrieg wurde die Brücke neu errichtet. An der Hindenburgbrücke entstanden in den 1960er Jahren das Parkhaus Heeser Straße und 1999 das Einkaufs- und Kinozentrum CineStar Reichwaldseck. Erneut saniert wurde die Brücke im Jahr 2000. Der alte Namen wurde trotz heftiger Debatten um eine Neubenennung beibehalten.

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orte/bruecken.txt · Zuletzt geändert: 2017/10/19 16:18 (Externe Bearbeitung)